Sie haben ein Laguiole-Taschenmesser made in France mit A.I.P.C.L.-Nummer?

Hier nachschlagen, wem es gehört und aus welcher Schmiede es stammt. Wenn Sie keine Nummer haben, wenden Sie sich an Ihren Händler oder an die Schmiede!

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Aus der Prüfung  ·  von Justin Jernoiu  ·  09.07.2026  nicht zertifiziert

Gekauft in Thiers, hergestellt woanders

Warum der Kaufort in Frankreich nichts über die Herkunft sagt

Was uns vorgelegt wurde

Ein Kunde hatte sein Laguiole in Frankreich gekauft, in einem Geschäft in der Region Thiers, der Stadt, die seit Jahrhunderten für französische Messer steht. Im Laden war es so vorgestellt worden, als käme es von dort. Er wollte es bei uns eintragen lassen.

Was viele nicht wissen

Die größten Importeure von Laguiole-Messern aus China und Pakistan sitzen in Frankreich. Diese Ware hat inzwischen sogar eigene Namen, und wie sie im Geschäft beschrieben wird, lässt den Käufer glauben, sie sei dort entstanden, wo er gerade steht.

Es gibt aber eine Zahl, die alles verrät: den Preis. Ein Laguiole-Taschenmesser braucht bis zu 200 Arbeitsschritte, und die Löhne in Frankreich liegen ungefähr so hoch wie in Deutschland. Ein Messer, das in Frankreich von Hand gefertigt wurde, kann deshalb niemals 15 Euro kosten. Nur denkt daran niemand, wenn er in Thiers im Laden steht und auf der Klinge Laguiole liest. Der Ort erledigt die Überzeugungsarbeit, die der Preis eigentlich zunichtemachen müsste.

Und es sind nicht nur Importeure. Es gibt französische Häuser, die eine kleine Menge selbst schmieden und bis zu neunzig Prozent der übrigen verkauften Messer aus China einführen. Auf der Messe Ambiente in Frankfurt haben wir vor Jahren mit einem solchen Haus gesprochen und an dessen Messern mehrere Merkmale gezeigt, die eine Fertigung in Frankreich ausschließen. Der Gesprächspartner blieb dabei, er habe die Messer hergestellt, entkräftete aber kein einziges Argument. Wir sollten es ihm einfach glauben.

Wie es ausgegangen ist

Diesem Kunden konnten wir kein A.I.P.C.L.-Zertifikat ausstellen. Die bereits bezahlten zehn Euro hat er zurückbekommen.

Wir sagen es deutlich: Bei Weitem nicht jedes Laguiole, das in Frankreich verkauft wird, ist auch dort hergestellt.

Was wir daraus mitnehmen

Haben wir auch nur den geringsten Zweifel an der Herkunft, stellen wir kein Zertifikat aus. Wir diskutieren darüber nicht und nennen auch keine Gründe im Einzelnen. Solche Gespräche können endlos werden, ohne zu einem Ergebnis zu führen; sie kosten Zeit, Geld und Nerven, und weich kochen lassen wir uns nicht. Bitte haben Sie dafür Verständnis. Das Verzeichnis ist nur so viel wert wie die Sorgfalt, mit der es geführt wird.

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Ihr Laguiole hat noch kein A.I.P.C.L.-Echtheitszertifikat?

Sie können es nachträglich eintragen lassen, ganz gleich, wo Sie das Messer gekauft haben. Wir prüfen anhand Ihrer Fotos, ob es wirklich aus einer französischen Schmiede stammt, ordnen es dieser Schmiede zu und tragen es unter einer eigenen Nummer ein. Danach hat Ihr Messer dieselbe Seite und dasselbe Dokument wie jedes bei uns gekaufte.

Die Prüfung kostet 10,00 Euro. Fällt sie negativ aus, erstatten wir den Betrag.