Sie haben ein Laguiole-Taschenmesser made in France mit A.I.P.C.L.-Nummer?

Hier nachschlagen, wem es gehört und aus welcher Schmiede es stammt. Wenn Sie keine Nummer haben, wenden Sie sich an Ihren Händler oder an die Schmiede!

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Aus der Prüfung  ·  von Justin Jernoiu  ·  14.09.2026  in Prüfung

Verdacht auf Fälschung: Was Sie jetzt tun können

Ihre Rechte als Käufer, die sinnvollen ersten Schritte und wie unsere Prüfung abläuft, wenn Sie Gewissheit wollen.

Meist beginnt es mit einem kleinen Stich. Das Messer ist angekommen, und irgendetwas stimmt nicht. Die Biene wirkt flacher als auf den Fotos, die Gravur auf der Klinge ist unscharf, oder Sie haben im Internet dasselbe Modell für einen Bruchteil des Preises gesehen. Vielleicht hat auch ein Bekannter nur beiläufig gefragt, ob das wirklich aus Frankreich sei.

Ab diesem Moment sind Sie unsicher. Dieser Beitrag ist für genau diesen Moment geschrieben.

Erst einmal: Was ist überhaupt eine Fälschung?

Der Begriff wird schnell benutzt, trifft aber nicht immer zu. Für Ihre nächsten Schritte ist der Unterschied wichtig.

Der Name Laguiole ist nicht geschützt. Jeder darf ein Messer in Laguiole-Form herstellen und so nennen, auch in Fernost. Ein solches Messer ist deshalb noch keine Fälschung. Zur Fälschung wird es, wenn es sich als etwas ausgibt, das es nicht ist: wenn es den Namen oder das Zeichen einer bestimmten französischen Schmiede trägt, ohne von ihr zu stammen, oder wenn eine falsche Herkunft wie „Made in France“ behauptet wird.

In der Praxis begegnen uns drei Fälle:

Wie fließend die Grenzen sein können, haben wir in Was bedeutet Laguiole Made in France? und in dem Fall Gekauft in Thiers, hergestellt woanders beschrieben.

Die ersten Schritte: Was Sie sofort tun sollten

Bevor Sie den Verkäufer anschreiben oder eine Bewertung abgeben, sichern Sie, was Sie später brauchen könnten. Das kostet eine halbe Stunde und erspart Ihnen im Streitfall viel Ärger.

  1. Das Angebot sichern. Machen Sie Bildschirmfotos der Anzeige mit Beschreibung, Fotos und Preis. Anzeigen verschwinden oft schnell, besonders wenn der Verkäufer ahnt, dass es Ärger gibt.
  2. Alle Belege aufbewahren. Rechnung, Zahlungsbeleg, Nachrichten mit dem Verkäufer, Versandbeleg und die Verpackung.
  3. Das Messer nicht verändern. Nicht nachschleifen, nicht polieren, nichts gravieren lassen. Jede Veränderung kann später gegen Sie verwendet werden.
  4. Gute Fotos machen. Die geöffnete Klinge mit ihrer Gravur, die Biene von oben, den Griff von beiden Seiten und die Feder. Bei Tageslicht und scharf. Diese Fotos brauchen Sie ohnehin, ob für den Verkäufer, die Plattform oder für uns.
  5. Die Fristen im Blick behalten. Käuferschutz, Widerruf und Rückgabe haben Fristen, meist gerechnet ab Kauf, Zahlung oder Lieferung. Warten Sie also nicht wochenlang ab.

Ihre Rechte als Käufer

Welche Rechte Sie haben, hängt vor allem davon ab, bei wem Sie gekauft haben. Die folgenden Punkte geben Ihnen eine Orientierung für Käufe innerhalb der Europäischen Union. Sie ersetzen keine Rechtsberatung. Geht es um viel Geld oder stellt sich der Verkäufer quer, sind die Verbraucherzentrale oder ein Anwalt die richtige Adresse.

Gekauft bei einem Händler

Wer als Verbraucher bei einem gewerblichen Händler kauft, ist gut geschützt. Haben Sie online bestellt, können Sie den Kauf in der Regel innerhalb von 14 Tagen nach Erhalt ohne Angabe von Gründen widerrufen. Das ist oft der einfachste Weg: Messer zurück, Geld zurück, ohne jede Diskussion über die Echtheit.

Ist die Frist verstrichen, bleibt die gesetzliche Gewährleistung, in der EU mindestens zwei Jahre. Wurde Ihnen ein Messer als französisch, handgefertigt oder von einer bestimmten Schmiede verkauft und stimmt das nicht, fehlt ihm eine vereinbarte Eigenschaft. Das ist ein Mangel, und Sie können vom Händler verlangen, dass er ihn behebt, was bei einer falschen Herkunft praktisch nur durch Rücknahme gehen wird.

Gekauft von privat

Private Verkäufer schließen die Gewährleistung meist aus, und das dürfen sie auch. Dieser Ausschluss hat aber Grenzen. Wer in seiner Anzeige eine Herkunft ausdrücklich zusichert oder bewusst falsche Angaben macht, kann sich nicht hinter „Privatverkauf, keine Rücknahme“ verstecken. Entscheidend ist dann, was genau in der Anzeige stand. Deshalb ist das Bildschirmfoto aus Schritt eins so wichtig.

Gekauft über eine Plattform oder mit PayPal

Plattformen wie eBay und Zahlungsdienste wie PayPal haben eigene Käuferschutzprogramme. Sie greifen, wenn ein Artikel erheblich von der Beschreibung abweicht, und das ist bei einer falschen Herkunft der Fall. Der Vorteil: Sie müssen nicht selbst mit dem Verkäufer streiten, die Plattform entscheidet. Die Bedingungen und Fristen legt jeder Anbieter selbst fest, schauen Sie also früh nach. Bei Kreditkartenzahlungen kann zusätzlich Ihre Bank helfen.

Wenn Sie getäuscht wurden

Hat jemand wissentlich ein Messer mit fremdem Schmiedezeichen oder falscher Herkunft verkauft, ist das nicht nur ein Fall für die Rückabwicklung. Eine Anzeige bei der Polizei ist möglich, und bei Fälschungen einer bestimmten Marke ist auch die betroffene Schmiede interessiert. Viele Fälschungen fallen nur deshalb auf, weil ein Käufer den Mut hatte, nachzufragen.

Wie Sie Gewissheit bekommen

Für all diese Schritte brauchen Sie eine Antwort auf die eine Frage: Stammt das Messer aus der Schmiede, die draufsteht, oder nicht? Bei einem Laguiole kann das kaum ein Laie beurteilen. Genau dafür gibt es unsere Prüfung.

Sie reichen das Messer über Messer einreichen ein: Fotos hochladen, Schmiede angeben und sagen, wo und wann Sie es gekauft haben. Die Prüfung kostet 10,00 Euro je Messer. Ein eigenes Konto brauchen Sie dafür nicht vorher anzulegen.

Ein Mensch entscheidet, keine Maschine

Jede Einreichung sehen wir uns persönlich an, und wir entscheiden persönlich darüber. Es gibt keinen Automatismus und keine künstliche Intelligenz, die ein Urteil fällt.

Wir betrachten Ihre Fotos sehr sorgfältig und vergleichen sie mit Messern, die wir von dieser Schmiede kennen, und mit unserer Erfahrung aus vielen Jahren. Es gibt eine ganze Reihe von Merkmalen, die wir prüfen: die Form und Ausarbeitung der Biene, die Feder, die Platinen, die Klingengravur und das Schmiedezeichen. Zusammen geben sie Auskunft darüber, ob ein Messer echt ist und zu welcher Schmiede es gehört.

Im Zweifel fragen wir die Schmiede

Bleibt auch nur ein geringer Zweifel, fragen wir die Schmiede selbst. So bekommen wir eine zweite Meinung von denen, die das Messer gebaut haben müssten. Wie so eine Rückfrage ausgehen kann, zeigt der Fall Ein Logo, das nicht ins Bild passte: Das Zeichen sah verändert aus, die Schmiede bestätigte das Messer trotzdem.

Bestehen danach noch Unklarheiten, melden wir uns bei Ihnen und bitten um weitere Fotos oder Unterlagen. Lassen sich am Ende nicht alle Zweifel ausräumen, lehnen wir die Zertifizierung ab.

Im Zweifel kein Zertifikat. Ein Echtheitszertifikat, auf das man sich nicht verlassen kann, wäre schlimmer als gar keines.

Eine Schmiede, die wir nicht kennen

Manchmal wird ein Messer von einer Schmiede oder einem Messermacher eingereicht, der uns noch nicht bekannt ist. Dann rufen wir die OL-Tafelrunde zusammen. Ihr gehören alle Schmieden an, die bereits bei der A.I.P.C.L. mitmachen. Sie werden angeschrieben und stimmen darüber ab, ob die neue Schmiede aufgenommen wird. Die Mehrheit entscheidet.

Hat eine der Schmieden konkrete, aber vertrauliche Hinweise, dass die betreffende Werkstatt Bauteile aus dem Ausland bezieht oder ihre Messer sogar im Ausland fertigen lässt und nur noch ihren Namen auf die Klinge setzt, zertifizieren wir die Messer dieser Werkstatt nicht. Dass auch ein ehrliches Messer an dieser Hürde scheitern kann, wenn sich seine Herkunft nicht mehr belegen lässt, beschreibt Eine Schmiede, die niemand kennt.

Fällt die Prüfung negativ aus, bekommen Sie Ihr Geld zurück

Können wir Ihr Messer nicht zertifizieren, erstatten wir Ihnen die Prüfgebühr in voller Höhe. Sie zahlen also nur dann, wenn Sie am Ende auch ein Zertifikat bekommen. Wir wollen nicht an Ihrer Enttäuschung verdienen.

Ist Ihr Messer echt, tragen wir es mit seiner Schmiede in die A.I.P.C.L. ein. Es bekommt eine eigene Nummer und eine Zertifikatsseite, die Sie bei einem späteren Verkauf auch weitergeben können. Aus dem Verdacht wird dann ein Nachweis, und genau der ist für einen künftigen Käufer das Wertvollste, was ein gebrauchtes Laguiole haben kann.

Was unser Befund für Ihren Streitfall bedeutet

Unser Ergebnis ist eine fundierte Einschätzung, auf die Sie sich stützen können, wenn Sie mit dem Verkäufer oder einer Plattform sprechen. Ein gerichtliches Sachverständigengutachten ist es nicht. Kommt es wirklich vor Gericht, entscheidet das Gericht, welche Nachweise es verlangt. In den allermeisten Fällen reicht es aber, dem Verkäufer sachlich darzulegen, warum das Messer nicht das ist, als was es verkauft wurde.

Was wir daraus mitnehmen

Ein Verdacht auf Fälschung ist kein Grund zur Panik, aber ein Grund, zügig und ordentlich zu handeln: Angebot und Belege sichern, das Messer unverändert lassen, gute Fotos machen und die Fristen von Widerruf, Gewährleistung und Käuferschutz im Blick behalten. Wer Gewissheit über die Herkunft braucht, kann sein Messer für 10,00 Euro bei uns prüfen lassen. Jede Einreichung sieht ein Mensch an, im Zweifel fragen wir die Schmiede, und fällt die Prüfung negativ aus, bekommen Sie die Gebühr vollständig zurück.

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Weiterlesen im Blog von original-laguiole.de
Dort schreiben Sammler und Kenner über ihre eigenen Messer: über die Patina nach Jahren, über das Schärfen, über Fundstücke und Restaurierungen. Zu den Beiträgen. Und wer selbst ein Laguiole besitzt, schreibt dort gerne mit.

Ihr Laguiole hat noch kein A.I.P.C.L.-Echtheitszertifikat?

Sie können es nachträglich eintragen lassen, ganz gleich, wo Sie das Messer gekauft haben. Wir prüfen anhand Ihrer Fotos, ob es wirklich aus einer französischen Schmiede stammt, ordnen es dieser Schmiede zu und tragen es unter einer eigenen Nummer ein. Danach hat Ihr Messer dieselbe Seite und dasselbe Dokument wie jedes bei uns gekaufte.

Die Prüfung kostet 10,00 Euro. Fällt sie negativ aus, erstatten wir den Betrag.

oder 15 CARMOS-Punkte von original-laguiole.de - was das ist, steht dort erklärt.