KI-generierte Illustration
OL-Tafelrunde
Wer darüber entscheidet, welche Schmiede in die A.I.P.C.L. aufgenommen wird
Der Name Laguiole gehört niemandem. Kein Markenrecht schützt ihn, kein Gericht verteidigt ihn. Jeder darf ihn auf eine Klinge prägen, und genau das geschieht millionenfach: in China, in Pakistan, überall dort, wo Handarbeit nichts kostet und die Biene nur ein Stück gestanztes Blech ist. Das Wort steht auf Messern, die mit dem Dorf Laguiole so viel zu tun haben wie ein Aufkleber mit einer Reise.
Warum es die A.I.P.C.L. gibt
Die A.I.P.C.L. wurde von world of innovation Jernoiu e.K. gegründet. Das eigentliche Ziel war nicht ein weiteres Siegel, sondern ein deutliches Signal für die Verbraucher: welche Laguiole in Frankreich hergestellt werden und welche aus anderen Ländern kommen.
Viele Händler verkaufen aus Unwissenheit oder mit voller Absicht Laguiole, die nie eine französische Werkstatt gesehen haben. Dem Kunden wird vorgegaukelt, ein chinesisches Messer habe etwas mit einem Laguiole made in France zu tun. Die Marge ist erheblich, das Risiko gering, denn wer soll es beweisen? Der Kunde merkt es meist nie. Er merkt nur, dass die Klinge nach zwei Jahren wackelt und dass niemand zuständig ist.
Wir finden das nicht ärgerlich, wir finden es unerträglich. Hinter jedem echten Laguiole steht ein Mensch, der Jahre gebraucht hat, um sein Handwerk zu lernen, und der für ein einziges Messer über hundert Arbeitsschritte von Hand ausführt. Diese Arbeit gegen eine billige Nachahmung auszutauschen, ist kein Kavaliersdelikt. Es nimmt einem ganzen Handwerk die Grundlage.
Das Zertifikat
Die A.I.P.C.L. hat sich früh mit den Schmieden aus Frankreich zusammengetan und ein Zertifikat entwickelt, das bestätigt, dass ein Messer wirklich in Frankreich hergestellt wird. Es hängt nicht an einer Marke, sondern am einzelnen Stück: mit eigener Nummer, mit seiner Schmiede, mit seinem Besitzer.
Unser Anspruch gegenüber den Kunden ist die volle Transparenz. Es genügt uns nicht, dass ein Messer in Frankreich zusammengesetzt wird. Auch die Bauteile müssen aus Frankreich stammen. Ausgenommen sind allein die Griffmaterialien, denn Horn, Mammutstoßzahn oder seltene Hölzer wachsen nun einmal nicht in der Auvergne, sondern können von überall aus der Welt kommen.
Warum es die OL-Tafelrunde gibt
Es wäre einfach, wenn die Grenze zwischen Frankreich und Fernost verliefe. Sie tut es nicht. Auch einige Firmen mit Sitz in Frankreich beschaffen ihre Bauteile im Ausland und schrauben sie hier nur noch zusammen. Von außen sieht man das einem fertigen Messer nicht an. Der ganze Markt ist dadurch sehr intransparent geworden.
Wir hätten uns nun ein eigenes Urteil anmaßen können. Wir haben uns dagegen entschieden, und zwar aus einem einfachen Grund: Es gibt Menschen, die das besser wissen als wir. Es sind die Schmiede selbst. Sie kennen ihre Zulieferer, sie kennen die Preise, sie kennen die Wege, und sie erkennen an einer Feder, an einer Platine, an der Art der Guillochierung sofort, wo ein Teil herkommt. Deshalb haben wir die OL-Tafelrunde ins Leben gerufen.
Mitglieder dieser Runde sind alle Schmieden und Messermacherkünstler, die bei der A.I.P.C.L. gelistet sind. Möchte ein Kunde ein Messer zertifiziert bekommen, das von einer Schmiede oder Manufaktur stammt, die hier nicht gelistet ist, dann entscheiden nicht wir allein. Dann fragen wir die Runde: Sollen wir die Produkte dieser Schmiede zertifizieren und sie in die A.I.P.C.L. aufnehmen?
Wie entschieden wird
Wenn eine Schmiede Einwände hat
Eine Ablehnung ist kein Urteil und kein Schlusspunkt. Hat eine Schmiede Einwände, suchen wir das Gespräch. Sie muss uns überzeugende Belege einreichen, dass sie ausschließlich Bauteile aus Frankreich einsetzt und dass das Messer auch in Frankreich hergestellt wird.
Notfalls besuchen wir die Schmiede vor Ort und sehen sie uns selbst an. Wir haben das schon getan und wir tun es gern: In einer Werkstatt zu stehen, den Schleifstein zu hören und dem Schmied bei der Biene über die Schulter zu sehen, sagt mehr als jedes Papier.
Wer in der OL-Tafelrunde sitzt
Diese Häuser entscheiden mit. Jeder Name steht für eine Werkstatt, die wir kennen, deren Messer wir führen und deren Arbeit wir mit eigenen Augen gesehen haben.
Vertrauen und Transparenz
Vertrauen und Transparenz sind uns sehr wichtig. Ein Zertifikat, das jeder bekommt, ist keines. Deshalb sind wir streng, auch dann, wenn es uns selbst ein Geschäft kostet.
Mit der A.I.P.C.L. bringen wir die französischen Schmieden zusammen, die sonst jede für sich gegen dieselbe übermächtige Konkurrenz aus China kämpfen würden. Gemeinsam leisten wir einen entscheidenden Beitrag, die Kultur, die Tradition und die Leidenschaft der Laguiole-Messermacher weiterzutragen. Es geht dabei nicht um Nostalgie. Es geht darum, dass es dieses Handwerk in zwanzig Jahren noch gibt.
Sie sind Schmiede und möchten dabei sein?
Die OL-Tafelrunde steht französischen Manufakturen offen, die ihre Laguiole-Taschenmesser tatsächlich in Frankreich herstellen. Schreiben Sie uns, wir stellen Ihr Haus der Runde vor. Und wenn Sie Zweifel an einem Haus haben, das bereits dabei ist, schreiben Sie uns erst recht.
Ihr Laguiole hat noch kein A.I.P.C.L.-Echtheitszertifikat?
Sie können es nachträglich eintragen lassen, ganz gleich, wo Sie das Messer gekauft haben. Wir prüfen anhand Ihrer Fotos, ob es wirklich aus einer französischen Schmiede stammt, ordnen es dieser Schmiede zu und tragen es unter einer eigenen Nummer ein. Danach hat Ihr Messer dieselbe Seite und dasselbe Dokument wie jedes bei uns gekaufte.
Die Prüfung kostet 10,00 Euro. Fällt sie negativ aus, erstatten wir den Betrag.